Der Sternenkopf – Gesang der Ehre

Gedicht von Guillaume Apollinaire Sammlung CalligrammesThemen KriegEpoche 20. Jahrhundert

DER DICHTER

Ich erinnere mich heute Abend an dieses indische Drama
Der Wagen des Kindes ein Dieb kommt darin vor
Der nachdenkt bevor er ein Loch in die Mauer macht
Welche Form dem Einschnitt angemessen ist
Damit die Schönheit nicht ihre Rechte verliert
Selbst im Augenblick eines Verbrechens
Und wir hätten ich glaube
Im Augenblick des Todes wir Dichter wir Menschen
Eine Sorge gleicher Art im Krieg in dem wir sind

Doch hier wie anderswo ich weiß es die Schönheit
Ist zumeist nichts als die Einfachheit
Und wie viele habe ich gesehen die tot im Graben
Aufrecht geblieben waren und den Kopf geneigt
Sich einfach an die Brustwehr lehnend

Ich sah vier einst die dieselbe Granate traf
Sie blieben lange so tot und sehr zerschmettert
Mit dem geneigten Aussehen von vier schiefen Türmen

Seit zehn Tagen am Grund eines zu engen Ganges
Im Einsturz und im Schlamm und in der Kälte
Unter dem Fleisch das leidet und in der Verwesung
Ängstlich bewachen wir die Straße von Tahure
Ich habe mehr als die drei Herzen der Polypen zu leiden
Eure Herzen sind alle in mir ich fühle jede Wunde

O meine leidenden Soldaten o tödlich Verwundeten
Diese Nacht ist so schön wo die Kugel gurrt
Ein ganzer Fluss von Granaten ergießt sich über unsere Köpfe
Manchmal erleuchtet eine Leuchtkugel die Nacht
Es ist eine Blume die sich öffnet und dann vergeht

Die Erde klagt und wie eine Flut
Steigt die singende Woge in meinen Kreideunterstand
Aufenthalt der Schlaflosigkeit unsicheres Haus
Des Alarms des Todes und des Juckens

DER GRABEN

O junge Leute ich biete mich euch an wie eine Gattin
Meine Liebe ist mächtig ich liebe bis zum Tod
Geduckt am Grund des Bodens lauere ich eifersüchtig auf euch
Und mein Körper ist ganz und gar ein langer Kuss der beißt

DIE KUGELN

Aus unseren Stahlstöcken fliegen wir mit Flügelschlag aus
Bienen die blutige Beute die honigsüß macht
Die sanften Strahlen eines Tages der sich immer erneuert
Stammt aus diesem köstlichen Garten der Menschheit
Mit Blumen des Verstandes mit Duft der Schönheit

DER DICHTER
Christus ist also nur vergebens unter die Menschen gekommen
Wenn Ströme von Blut die Reiche begrenzen
Und selbst von der Liebe kennt man die Grausamkeit
Darum muss man wenigstens an die Schönheit denken
Das Einzige hier unten das niemals schlecht ist
Sie trägt hundert Namen in der französischen Sprache
Dank Tugend Mut Ehre und das ist nur
Dieselbe Schönheit

FRANKREICH

Dichter ehre sie
Sorge um die Schönheit nicht Sorge um den Ruhm
Aber die Vollkommenheit ist sie nicht der Sieg

DER DICHTER

O Dichter der kommenden Zeiten o Sänger
Ich singe die Schönheit all unserer Schmerzen
Ich habe Züge davon erfasst aber ihr werdet viel besser
Den erhabenen Sinn den ruhmreichen Gesten geben
Und die Größe dieser frommen Tode festhalten

Der eine streckt seinen Körper aus indem er Granaten wirft
Der andere eifrig am Schießen nährt die Salven
Der andere mit baumelnden Armen trägt Eimer voll Wein
Und der Priester-Soldat sagt das göttliche Geheimnis

Ich deute für alle die Süße der drei Noten
Die ein Kanarienvogel-Geschütz singt wenn du schluchzt

Wer wird je wissen wie oft ich geweint habe
Meine Generation über deinen heiligen Tod

Nimm meine Verse o mein Frankreich Zukunft Menge
Singt was ich singe ein reines Lied das Präludium
Der heiligen Lieder die die Schönheit unserer Zeit
Euch einzuflößen weiß reiner und strahlender
Als jene die ich mich bemühe heute Abend anzustimmen
Zu Ehren der Ehre der Schönheit der Pflicht

17. Dezember 1915

Guillaume Apollinaire

Übersetzung von Poésies 123 mit Unterstützung des KI-Modells deepseek-chat erstellt.

Text veröffentlicht auf Poésies 123: https://www.poesies123.com/de/gedicht-der-sternenkopf-gesang-der-ehre-guillaume-apollinaire/