Das Kamel und die treibenden Stöcke

Fabel von Jean De La Fontaine Sammlung Die FabelnThemen JahrestagEpoche 17. Jahrhundert

Der erste, der ein Kamel sah,
floh vor dem neuen Wesen da;
der zweite nahte sich; der dritte gar erkühnte,
dem Dromedar ein Halfter anzulegen.
Gewohnheit macht uns so mit allem vertraut.
Was uns entsetzlich schien und fremd und eigen,
zähmt sich vor unserm Blick,
wenn es nur immer wiederkehrt.
Und da wir einmal auf dies Thema kommen,
hatte man Leute auf die Wacht gestellt,
die, als sie auf den Wassern fern gewiß ein Etwas sahn,
sich nicht enthalten konnten zu sagen,
daß es ein mächtiges Schiff sei.
Kurze Zeit darauf wird das Objekt ein Brander,
dann eine Nacelle, dann ein Ballen,
zuletzt treibende Stöcke auf der Welle.
Ich kenne viele in der Welt,
auf die dies wohl recht paßte:
von fern ist’s etwas, und von nah ist’s nichts.

Jean de La Fontaine

Übersetzung von Poésies 123 mit Unterstützung des KI-Modells deepseek-chat erstellt.

Text veröffentlicht auf Poésies 123: https://www.poesies123.com/de/fabel-das-kamel-und-die-treibenden-stoecke-jean-de-la-fontaine/