Sonett.
Ich meine, wer verreist, setzt sich dem Regen aus,
Dem Wind, dem Staub, und kann am Morgen, kaum erwacht,
Zerknittert sein und bleich, mit üblem Teint, und auch
Auf Dauer wird im Wagen ein Zwiegespräch zur Last.
Ich meine, es gibt keinen größren Wahn auf Erden,
Als mit der Liebe in ein fernes Land zu ziehn.
Mag Héloïse reden, mag Frau Collin es leugnen:
Im Wirtsspiegel ist man niemals schön.
Ich meine, alles in allem ist ein straff gezogner weißer Strumpf,
Auf einem weißen Kleid ein schönes, moiriertes Band
Und saubere Nägel das höchste Glück.
Was sagen Sie, Madame, zu dieser Argumentation?
Ein Punkt daran erstaunt mich freilich nur:
Daß man nicht Zeit hat, daran zu denken, wenn man liebt.
Alfred De Musset
Übersetzung von Poésies 123 mit Unterstützung des KI-Modells deepseek-chat erstellt.
Text veröffentlicht auf Poésies 123: https://www.poesies123.com/de/gedicht-an-madame-g-i-alfred-de-musset/
