Der Esel und das Hündchen

Fabel von Jean De La Fontaine Sammlung Die FabelnThemen TiereEpoche 17. Jahrhundert

Zwing keiner sein Talent gewaltsam ein,
Wir brächten nichts zustand mit Anmut:
Niemals wird ein Tölpel, was er auch tut,
Für einen Galan gelten können.
Wenige Menschen, die der Himmel liebt und begnadet,
Haben die Gabe zu gefallen mit dem Leben eingeflößt.
Das ist ein Punkt, den sie ihnen lassen müssen,
Und nicht dem Esel der Fabel gleichen,
Der, um sich liebenswerter zu machen
Und seinem Herrn teurer, hinging, ihn zu liebkosen.
„Wie? sprach er bei sich im stillen,
Dieser Hund, weil er niedlich ist,
Lebt auf dem Fuße der Vertrautheit
Mit dem Herrn, mit der Herrin;
Und ich bekomme Stockschläge?
Was tut er? Er gibt die Pfote;
Dann gleich wird er geküßt:
Müßte man dasselbe tun, damit man mir schmeichelt,
So ist das gar nicht so schwer.“
In diesem bewundernswerten Gedanken,
Da er seinen Herrn in Freude sieht, kommt er schwerfällig herbei,
Hebt einen ganz abgenutzten Huf,
Trägt ihm den ans Kinn recht liebevoll,
Nicht ohne, zu größerer Zierde,
Mit seinem holden Gesang diese kühne Tat zu begleiten.
„Oh! oh! welch eine Liebkosung! und welche Melodie!
Sagt der Herr sogleich. Holla, Martin Stock!“
Martin Stock eilt herbei; der Esel ändert den Ton.
So endet die Komödie.

Jean de La Fontaine

Übersetzung von Poésies 123 mit Unterstützung des KI-Modells deepseek-chat erstellt.

Text veröffentlicht auf Poésies 123: https://www.poesies123.com/de/fabel-der-esel-und-das-hundchen-jean-de-la-fontaine/