Orchester des Allerhöchsten, Barden seines Lobes,
besingen sie den Sommer mit Tönen des Glücks;
ndurchwandern sie die Lüfte mit Flügeln von Engeln,
die fröhlich entflohn den Gärten des Herrn.
Solang die Blumen währen, solang die Ähre, die man schneidet,
ein Korn fallen lässt auf die gelb gewordnen Furchen,
solang der rauhe Winter nicht den Kelch gefroren hat,
wo ihre Füße sich setzen wie an den Rand ihrer Nester,
nerfüllen sie den Himmel mit Musik und Freude:
das junge Mädchen durchduftet und begrünt ihr Gefängnis,
das Kind streicht mit der Hand über ihren seidnen Flaum,
der Greis nährt sie an der Schwelle seines Hauses.
Doch in den Wintermonaten, wenn Schnee und Reif
Blatt und Frucht ersetzt haben, wohin gehn sie?
Haben sie aufgehört zu lieben? Haben sie aufgehört zu leben?
Niemand kennt das Geheimnis ihrer fernen Exile.
Man findet am Fuß des Baumes eine befleckte Feder,
wie ein totes Blatt, auf dem ein nagender Wurm kriecht,
das der Nebel der Nächte gelb und feucht gemacht hat
und das, ach!, keinen Duft und keine Farbe mehr hat.
Man sieht an dem Zweig ein Nest hängen, voll von Schuppen,
dessen schwarzes Trümmerstück der regnerische Wind schaukelt;
armes Haus in Trauer und alter Mauerrest,
den die Kleinen gestern noch mit Schreien belebten.
O meine reizenden Vögel, ihr so fröhlich beim Ausschlüpfen!
Ist das Leben also eine Falle, in der der liebe Gott euch fängt?
Ach! es ist wie bei uns. Und wir singen noch!
Wie grausam wäre Gott, wäre er nicht so groß!
Alphonse de Lamartine
Übersetzung von Poésies 123 mit Unterstützung des KI-Modells deepseek-chat erstellt.
Text veröffentlicht auf Poésies 123: https://www.poesies123.com/de/gedicht-les-oiseaux-alphonse-de-lamartine/
