Die Levantiner sagen in ihrer Legende,
eine gewisse Ratte, der Mühsal des Diesseits überdrüssig,
habe sich in einen holländischen Käse
fern von aller Plage zurückgezogen.
Die Einsamkeit war tief,
erstreckte sich ringsumher.
Unser neuer Eremit lebte darin.
Er machte so viel Beine und Zähne,
dass er in wenigen Tagen im Grunde der Klause
Speise und Obdach hatte: was braucht man mehr?
Er wurde dick und fett; Gott verschwendet seine Güter
an die, die geloben, die Seinen zu sein.
Eines Tages kamen zum frommen Manne
Abgesandte des Rattenvolkes
und baten um ein leichtes Almosen:
Sie zogen in fremdes Land,
um Hilfe zu suchen gegen das Katzenvolk;
Rattenstadt war belagert:
Man hatte sie gezwungen, ohne Geld aufzubrechen,
angesichts des dürftigen Zustands
der angegriffenen Republik.
Sie baten um sehr wenig, gewiss, dass die Hilfe
in vier oder fünf Tagen bereit sein würde.
Meine Freunde, sagte der Einsiedler,
die Dinge hienieden gehen mich nichts mehr an:
Wie kann ein armer Klausner
euch beistehen? Was kann er tun,
als den Himmel bitten, dass er euch darin helfe?
Ich hoffe, er wird sich euer annehmen.
Nachdem er so gesprochen hatte,
schloss der neue Heilige seine Tür.
Wen bezeichne ich, eurer Meinung nach,
mit dieser so wenig hilfreichen Ratte?
Einen Mönch? Nein, sondern einen Derwisch:
Ich nehme an, ein Mönch ist immer barmherzig.
Jean de La Fontaine
Übersetzung von Poésies 123 mit Unterstützung des KI-Modells deepseek-chat erstellt.
Text veröffentlicht auf Poésies 123: https://www.poesies123.com/de/fabel-die-ratte-die-sich-von-der-welt-zuruckzog-jean-de-la-fontaine/
