Das Alter ist gekommen, Schritt für Schritt, Tag für Tag,
Die Hände auf die nackte Stirn unserer Liebe zu legen
Und sie mit seinen matter gewordenen Augen anzusehen.
Und in dem schönen Garten, den der Juli runzlig gemacht hat,
Haben die Blumen, die Boskette und die lebendigen Blätter
Ein wenig von ihrer glühenden Kraft fallen lassen
Auf den blassen Teich und auf die sanften Wege.
Manchmal zeichnet die Sonne, rau und eifersüchtig,
Einen harten Schatten rings um ihr Licht.
Doch siehe, immer noch sind da die stockrosenhaften Blüten,
Die beharren und sich zu ihrer Pracht emporschießen,
Und mögen die Jahreszeiten auch schwer auf unserem Leben lasten,
Alle Wurzeln unserer beiden Herzen
Tauchen mehr denn je unersättlich ein
Und krallen sich fest und versenken sich ins Glück.
Oh ! diese Nachmittagsstunden, umgürtet von Rosen,
Die sich um die Zeit schlingen und ausruhen,
Die Wange in Blüte und Feuer, an ihrer erstarrten Flanke !
Und nichts, nichts ist besser, als sich so zu fühlen,
Glücklich und klar noch, nach wie vielen Jahren !
Doch wäre alles anders bestimmt gewesen
Und hätten wir beide leiden müssen,
– Trotzdem ! – oh ! ich hätte gelebt und wäre gestorben in Liebe,
Ohne mich zu beklagen, in hartnäckiger Liebe.
Emile Verhaeren
Übersetzung von Poésies 123 mit Unterstützung des KI-Modells deepseek-chat erstellt.
Text veröffentlicht auf Poésies 123: https://www.poesies123.com/de/gedicht-das-alter-ist-gekommen-schritt-fuer-schritt-tag-fuer-tag-emile-verhaeren/
